Farbliche Experimente und ein neues Medium zum verlieben

Ich konnte es einfach nicht lassen, neue kreative Dinge auszuprobieren und meinen Horizont um neue Malmedien zu erweitern. Nachdem meine Airbrush Karriere immer noch eingestaubt und unangetastet in einer Gedankenschublade vergammelt (mir fehlt einfach das Geld für gutes Material und ein/e Lehrer/in), und ich in letzter Zeit mal wieder (wie immer eigentlich) so viel Spaß an Aquarellfarbe habe, bin ich durch meine Künstlerfreundin Lychnobia auf die Pearlcolors von Finetec/Coliro aufmerksam geworden, da sie zum Geburtstag die Goldpalette geschenkt bekommen hat. Ich war von der Opazität fasziniert, denn normale Aquarellfarben sind ja immer leicht transparent. ich konnte mir kaum vorstellen, dass Gold-, Silber- und Bronzefarben decken könnten. Auf der Homepage stieß ich dann auf das Gesamtpaket mit- zu diesem Zeitpunkt- 32 Farben (jetzt 34). Diese ließen sich grob in drei Kategorien einteilen (zumindest von mir): Pastellfarben, Gold-/Bronzetöne und „normale“ Farben. Der Hersteller warb mit echter Handarbeit aus Deutschland, Lichtechtheit und reich an Pigmenten. mit natürlichen und nicht-tierischen Inhaltsstoffen und dass sie für unterschiedlichste Materialien geeignet sind. Tja was soll ich sagen? Gesagt getan, bevor ich herumdruckse welche Farben ich mir denn jetzt bestellen soll (oder doch liebe ne Palette?) habe ich alle bestellt, als Geschenkset im Jutesack mit einer Aufkleberleiste mit allen Namen). Dazu kamen noch drei Leerkästen aus Blech für je 12 Näpfe und ein A4 Block mit schwarzem Papier (auf denen laut Hersteller die Farben besonders gut wirken sollten). Nur zwei Tage später hielt ich sie in meinen Händen und wurde fast blind als ich den Jutesack öffnete. 32 große runde Farbnäpfe purzelten heraus, alle einzeln verpackt mit Namen und in derart leuchtenden Farben, dass mein Künstlerherz dachte, ich hielt Diamanten in den Händen (nein, ich übertreibe nicht!). In liebevoller fast meditativer Kleinarbeit verbrachte ich die erste Zeit damit die Farben für mich irgendwie sinnvoll für die Kästchen anzuordnen, was sich als relativ schwierig erwies zu Anfang, da sich entweder zu viele Farben für den Kasten tummelten oder es sich irgendwie nicht vollständig anfühlte. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft. Die „normale“ Palette ist mit 12 Farben randvoll gefüllt, die Gold/Bronze Palette hat noch zwei freie Plätze und die Pastellpalette hatte (bis heute :-)) auch noch zwei Plätzchen frei. Dabei hab ich die Farben so angeordnet, wie sie mir sinnvoll erscheinen und so ganz hat das mit dem sortieren nicht funktioniert, aber ich bin bis jetzt sehr zufrieden. das sortieren ist vlt. auch nicht essentiell wichtig, aber für mich war es das, weil ich Struktur brauche und Ordnung (wenn das jetzt meine Frau lesen würde)… aber ja: auf meinen Paletten brauche ich Ordnung und Sauberkeit. Fragt mal Lychnobia wie meine Aquarell“misch“palette im Kasten fast jahrelang aussah…

Nach dem Einräumen kam genau (wie fast jedes Mal) wieder die Phase, die immer bei neuem Material bei mir kommt: „Die sind doch viel zu schön…die kann ich doch NICHT benutzen….

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Ähm ja genau…ein Künstler, der seine Farben nicht benutzt. Große Klasse. Mit meiner Aquarellfarbensammlung war es damals ähnlich…ich habe immer den kleinen Travelkasten von Lukas benutzt, damit ich jaaa nicht den großen mit über 40 Farben benutzen brauchte…die Farben könnten dann ja leer werden…versucht mal als Casual-Artist halbe Näpfchen leer zu bekommen. Mal wieder First World Problems aus dem Alltag, doch ich schweife ab.

Zwei Monate also schlummerten meine teuer erkauften Finetec Farben seelenruhig in ihren silbernen „Blechsärgen“ ihren Dornröschenschlaf. Zwischendurch öffnete ich die Deckel einfach und atmete diese Farbbrillianz ein und betrachtete die runden Näpfe wie Gollum seinen Ring (ich hoffe, ich habe nachts nicht im Schlaf „mein Schatzzzzz“ geflüstert). Dann, vor zwei Tagen erinnerte ich mich an einen Facebookpost meiner Seite, dass ich noch den Herzstück Sticker von Ganesha hatte, den ich kreativ zur Geltung bringen wollte. Ich spielte dabei auf die besagten Farben an, die ich endlich benutzen wollte und doch nicht benutzen wollte. Aber jede große „Entdeckungs“-reise beginnt mit einem ersten Schritt und ich wagte es, den Pinsel ins Wasser zu tauchen und zum ersten Mal diese Farbpigmente anzulösen und zaghaft über den schwarzen Karton zu streichen. Danach war es um mich geschehen. Die Farben sind der Hammer! So unscheinbar die Pastellfarben im Napf wirken, auf schwarzem Karton schlagen sie ein wie ein Komet, sie sind super deckend, lassen sich leicht verarbeiten und das Wichtigste: sie sind -wie Aquarellfarben auch- super ergiebig. Nach ein paar Farbexperimenten habe ich mein Ganesha Projekt kurz auf Eis gelegt für 48 Stunden um mich einem zweiten zu widmen. Ein Geburtstagsgeschenk wollte noch schnell gemalt werden. Ich wollte den Ganesha Sticker nicht dafür verwenden und suchte schnell nach einem anderen Ganesha Motiv. In der Netzmatrix wurde ich schnell fündig auch wenn mein Hirn schon innerlich hyperventilierte. Ein Elefantenkopf mit feinsten, wirklich feinsten Mandalaverzierungen, wie man sie sonst nur von Wandteppichen kannte. Ach schaffste, dachte ich mir. Kannst ja bestimmt das Motiv irgendwie auf den Karton übertragen. Epic fail. Ich versuchte es mit einem sehr weichen Bleistift, dann mit Gelstiften, und zum Schluss sogar mit Aquarellbuntstiften. Ich wollte das Motiv mit einem beliebigen Medium nachzeichnen, auf den Karton legen und die Linien durchdrücken. Es half alles nichts. Mein Hirn hatte zu recht eine Art Schockstarre: ich musste Freihand zeichnen…dieses Motiv! Ohne mir groß Gedanken über Raster, Proportionen etc. zu machen legte ich zu fortgeschrittener Stunde los und ich weiß nicht welche Muse mich geküsst hatte, aber es war eine gute. Keine halbe Stunde später war der Grundriss fertig. Jetzt kamen die Verzierungen, vor denen es mir so graute. Aber auch das erledigte sich schon auf fast magische Weise und ich konnte zu Pinsel und Farbe greifen. Ich hielt mich von da an nur noch grob an die Vorlage und pinselte in bester „Zentangle-ähnlicher“ Manier einfach drauflos. Das Ergebnis war für mich ein wahres Geschenk. Ich hatte nicht nur Gelegenheit mich mit diesem neuen Malmedium vertraut zu machen, ich würde auch am liebsten gar nicht mehr die Finger davon lassen.

Ganesha

Der fertige Ganesha inklusive Lotusblüte, sorry für die Qualität, aber die Lichtverhältnisse i.d. Küche sind katastrophal für ordentliche Fotos. Die Farben sind eig. mega leuchtend und klar differenziert und nicht so verwaschen wie auf dem Foto

Und ja, ich hätte nocht gedacht, dass ich mal auf bunt stehen würde…und auf Glitzer (den daraus bestehen die Farben eigentlich nur: purer Glitzer!) Aber gemäß dem Motto: „Happy Goths do exist“ habe ich mich dieser Tatsache angenommen und noch einen draufgesetzt:

Seit geraumer Zeit gibt es zwei neue Farben im Sortiment von Coliro: die Farben Blackberry und ….Unicorn (das ist vielleicht das einzige Manko, dass alle im Moment so auf diesen Einhorn Zug aufspringen :-/). Heute kamen die beiden Farben an. Beworben wurde Unicorn damit, dass sie auf weißem Papier rosa ist und auf schwarzem grün. Nun da der Ganesha heute eine neue Besitzerin gefunden hat, kann ich mich jetzt wieder dem „Herzstück Ganesha“ widmen und den beiden Neuankömmlingen fröhnen. In nächster Zeit werde ich wohl noch einige kreative Upcycling Ideen zu Tage und zu Papier bringen.

Bis dahin verbleibe ich mit wirklich ungewohnt glitzernden Grüßen

Alantya

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