Neueinstieg in (fast) unbekannte Gefilde (eine kleine Odyssee des Live-Action-Roleplays)

Ich teile ja meine Leidenschaft nicht nur zu Kunst und Musik, sondern auch zum Pen and Paper Rollenspiel, das ich kennenlernen durfte als ich zwölf war und meine erste Parte „Das schwarze Auge“ spielte. Nach dem Ausflug in die High Fantasy Welt, durchwanderten wir die Welt der Dunkelheit und machten als Vampire New York unsicher oder kämpften als Kinder Gaias für Gerechtigkeit. Wir waren Engel in einer sterbenden Welt, von Fegefeuern und Traumsaatkreaturen durchzogen, oder erledigten als Straßenkämpfer, Hacker und Schamanen zwilichtige Jobs für ebenso korrupte Megafirmen in Seattle oder dem Rhein Ruhr Megaplex. Mit meiner Leidenschaft zum Schauspiel, denn ich war seit Jahren in einer lokalen Theatergruppe und führte mit meinem besten Freund (der auch Rollenspieler war) mehrere Stücke erfolgreich auf, eines davon mein eigenes selbstgeschriebenes Stück „Ein dunkler Pakt“ auf der Basis von Goethes „Faust“ wuchs auch meine Neugier auf ein anderes Hobby. Meine Leidenschaft zu beiden Dingen führte mich bald in die Welt des LARP, des Live-Action-Roleplays. Hierbei ging es also nicht darum nur um einen Tisch zu sitzen und die Würfel rollen zu lassen, sondern selbst in Aktion zu treten mit anderen Mitspielern. In der Schule fand ich damals ein oder zwei Gleichgesinnte und trafen uns noch zu Zeiten von SchülerVZ im Wittringer Wald um das Kämpfen mit Polsterwaffen zu trainieren. Mehr oder minder effektiv wie ich fand, denn keiner beherrschte die Techniken wirklich. Ich habe auch bezweifelt, dass jemand schon mal auf einer Con war oder es in nächster Zeit vorhatte. Durch das Tribal Tanzen hatte ich zumindest Jahre später die Gelegenheit an einer 24h Con im Endzeit Bereich teilzunehmen. Leider mit einem nicht so glorreichen Ende wie erhofft und so hakte ich für mich die Endzeit als ersten Conversuch ab. Selbst als Pen and Paper ist dieses Setting nicht gerade die Einstiegsvariante, das hat mir selbst diese kleine Con gezeigt, wie sollte ich da auf einem F.A.T.E. oder Ähnlichem überleben. In meiner Bochumer „Lieblingstaverne“ kam ich mit einer Freundin in den Genuss eines Crossover-Larps und wir mimten unsere damaligen Vampire- Charaktere. So bin ich auf eine kleine Gruppe aufmerksam geworden die ein Urban Fantasy Setting bespielten, ein Genre, mit dem ich noch wirklich vertraut war zu dem Zeitpunkt, obwohl ich schon Bücher dieses Genres gelesen hatte (wahrscheinlich existierte nur zu diesem Zeitpunkt der Begriff noch nicht). Ich versuchte mich also im spielen einer leicht wahnsinnigen Esoterik-Tante, die von Visionen heimgesucht wurde (ein naturgegebener Nachteil meiner „Rasse“). Auch wenn ich in dieser Zeit viel erlebt habe, hatte ich doch ein (vielleicht selbstgemachtes) Problem, da die meisten Mitspieler sich seit mehr als zwei Jahren kannten und dieses Setting spielten, für mich als Neuling war es sehr schwer in die ganzen Verwicklungen reinzukomen und als schüchterne Person und Larp-Neuling war es nicht gerade einfacher. Direkt am ersten Abend hatte ich eine echt schräge Begegnung, die mich kurzzeitig aus der Bahn warf (das ganze war ein Missverständnis, aber dennoch prägend). Nach gut einem Jahr verließ ich die Gruppe. Ich hatte zwar immer den Wunsch irgendwann zurückzukehren, gerade als ich hörte, dass das Spiel neu aufgezogen wurde und für Neulinge zugänglicher. Mal wieder kam alles anders, ich wechselte den Arbeitsplatz und Wohnort und war wieder ganz am Anfang. Doch wie der Zufall es so will fand sich auf meiner Arbeitsstelle jemand, der auf mein (nie verwirklichtes) Hobby aufmerksam geworden ist und mir anbot an einem Vampire Larp teilzunehmen. Durch die ihre Schwangerschaft jedoch fiel sie aus und hat jetzt natürlich vorrangige Dinge zu tun und so kam ich bis heute nicht zum Vampire Larp. Auch ein Angebot zum Vampire Dark Ages Larp musste ich aus Zeitgründen und Geldmangel absagen, wo wir gerade umgezogen waren. Also verstaubten meine angesammelten Kleider und Waffen in meinem Wäscheraum, verpackt in Kisten und Taschen. Letztens war ich bei meiner Freundin und sie erzählte mir von ihren Erlebnissen bei ihrer ersten Großcon, nach langer Larp Abstinenz. Und da war er- der kleine Lichtschimmer, dass vielleicht doch nochmal zum larpen komme. Es hat sich mir immer die Frage gestellt ob es sinnvoller ist auf eine Großcon zu gehen, wo man möglichst anonym agieren kann oder auf eine kleine familiäre Con um in das Thema einzusteigen. Auch ob man als NSC oder Spieler anfängt ist noch ein ungelöstes Mysterium für mich. Da ich wahrscheinlich dieses Jahr nicht mehr in den Genuss eines Larps kommen werde (ich wüsste nicht welches) muss ich wohl bis zum nächsten Jahr warten. Vielleicht habe ich dann Zeit noch ein wenig zu sinnieren über den langen Weg, den ich noch zu beschreiten habe bevor dieser Traum von einem Hobby vielleicht Wirklichkeit werden kann.

Alantya

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